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1825 nahm die Kreiskommission unter dem Vorsitz von Joseph Graf von Sarnthein und der
beigezogene Kreisingenieur Patscheider einen Lokalaugenschein vor.
Die Kommission kam schnell zum Schluss, dass eine Vergrößerung der Kirche dringend
geboten war. Am 14. Mai 1827 erteilte das k. k. Gubernium in Innsbruck die Bauerlaubnis. Da das Baumaterial zum
Großteil bereitgestellt war, konnte der Neubau innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Die alte Kirche
wurde bis auf den Vorchor abgerissen. Auch die nördliche Langhausmauer blieb zum Großteil stehen. Am
5. Juni 1827 nahm Pfarrer Ingenuin Kaufmann mit der zahlreich erschienenen Bevölkerung die feierliche
Grundsteinlegung vor. Mit der Bauausführung war der Baumeister Josef Simon Moosbrugger betraut worden.
Die Weihe des neuen Gotteshauses fand am 21. August 1828 statt und wurde vom Trientner Fürstbischof
Franz Xaver Luschin vorgenommen. Der Neubau war entsprechend dem Zeitgeist des Vormärz im typischen "Ingenieurstil"
errichtet worden. Er war nüchtern und wies eine klassizistische Linienführung auf. Die Einrichtung wurde
vielfach erneuert. Später kamen Wandmalereien und um 1840 eine Orgel dazu. Die drei Altäre zierten Gemälde
vom Fleimser Maler Franz Unterberger. Das ursprüngliche Deckengemälde der Kirche stammte von dem aus Völs
gebürtigen Maler Anton Psenner (1791-1866). 1891 gestaltete Josef Bart aus Brixen den Hochaltar neu. Bei dieser
Gelegenheit wurde von demselben das Gewölbe des Presbyteriums mit dem segnenden Christus umgeben von den
Evangelisten bemalt und verziert.
Mit dem neuerlichen Anwachsen der Bevölkerung wurde allmählich auch diese Kirche von 1827/28
zu klein. Schon vor dem ersten Weltkrieg begann man darum an den Bau einer größeren Kirche zu denken. Am
21. Juni 1908 wurde vom Gemeindeausschuss folgender Beschuss gefasst: "Über Antrag des Gemeindevorstehers
(Alois Plank Waidmann) betreffend Loyalitätsakte anlässlich des 60jährigen Regierungsjubiläum
Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. und des 50jährigen Priester-Jubiläum Sr. Heiligkeit Papst Pius X.
wurde zum Andenken an diese beiden selten vorkommenden beziehungsweise zusammentreffenden Jubiläen der Bau eines neuen
Friedhofes und Vergrößerung eventuell Neubau der Pfarrkirche in Welschnofen einstimmig beschlossen."
Pfarrer Obersinner setzte sich stark für den Kirchenbau ein und sammelte in seiner verhältnismäßig
kurzen Wirkenszeit 20.000 Kronen. Unter seinem Nachfolger Friedrich Horngacher wurde vom Zimmermeister Tschenett ein erster
Plan entworfen, den Baumeister Mungenest verbesserte. Dieser sah ein Gotteshaus im "romanischen" Stil vor, und schien
allgemein Gefallen gefunden zu haben. Die Gründung eines Kirchenbauvereines wurde 1910 von Kooperator P. Arbogast
Reiterer aus Lana angeregt.
Nach Muster des dortigen Kirchenbauvereines arbeitete er ein entsprechendes Statut aus, das den
amtlichen Sichtvermerk erhielt. Zwecks Sammlung von Geldern wurde das Gemeindegebiet in dreizehn Bezirke eingeteilt,
für die jeweils ein Sammler beauftragt wurde. Der Baumeister Musch aus Meran erklärte sich bereit, einen
weiteren Plan zu entwerfen. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges konnte jedoch an die Ausführung des
Projektes nicht mehr gedacht werden. Die bereits gesammelten Kirchenbaugelder in Höhe von rund 70.000 Kronen
gingen als gezeichnete Kriegsanleihen verloren. In der Zwischenkriegszeit konnte aufgrund der schlechten wirtschaftlichen
Lage an einen Neubau nicht mehr gedacht werden.
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