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Die Sage berichtet, dass bis zur Errichtung der Expositur in Tiers die Verstorbenen von Welschnofen nach
Völs zur Beerdigung gebracht worden sind; danach seien sie in Tiers bestattet worden. Die Leichentransporte
sind zwar nicht urkundlich belegt, jedoch dürfte die winterliche Zwischenlagerung der Toten auf Gstalt glaubhaft
sein, da der noch heute teilweise erkennbare Plattenweg durch das "Grabner Tal" nach Lengeria bloß dreihundert
Höhenmeter anstieg und im Gegensatz zum steilen, winterschattigen Wegstück Zischgl-Tiers rasch aperte.
Der genaue Zeitpunkt der Errichtung eines Friedhofes in Welschnofen ist nicht belegt. Die Leichentransporte
über den Zischgl endeten spätestens mit der Einsetzung eines ständigen Priesters in Welschnofen mit
der Errichtung eines eigenen Priesterbenefizium in Welschnofen. Ein Versuch zur Errichtung eines eigenen
Priesterbenefiziums erfolgte 1442, was erst um 1484 gelang.
Die Namen der ersten Seelsorger von Welschnofen sind unbekannt. Der erste namentlich bekannte Priester war Georg Federl,
der um 1500 hierher gekommen sein dürfte und rund 25 Jahre hier tätig war. Ab dem Jahr 1626 versahen bis auf
wenige Ausnahmen ausschließlich Neustifter Chorherren die hiesige Seelsorge. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts
war, da die Völser Pfarrherrn ihren Einfluss auf die Besetzung der hiesigen Seelsorge verloren hatten, die
ursprünglich starke Abhängigkeit der hiesigen Seelsorge von den Urpfarre Völs weitgehend abgebaut
worden und nahm in der Folge allmählich den Charakter einer nur rein formalen Unterstellung an. Welschnofen
wird im kirchlichen Schriftverkehr noch zu Anfängen des 19. Jahrhunderts als Kuratie bezeichnet. Die offizielle
Pfarrerhebung erfolgte 1811. Im Jahr 1818 kam die Pfarre Welschnofen endgültig zum Bistum Trient und blieb ihm bis
zur Errichtung der Diözese Bozen-Brixen im Jahr 1964 einverleibt.
Die vom Tridentinum vorgeschriebenen Matriken werden seit 1604 geführt.
In der Wirkenszeit des Kuraten Benedikt Söll (1722-1729) richteten die Welschnofner ein Bittschreiben an den
Prälaten von Neustift um Beihilfe zur Errichtung einer Kooperatur. Von 1726 an bis 1987 waren fast ununterbrochen
Kooperatoren in Welschnofen tätig. In den Achzigerjahren des vorigen Jahrhunderts gab es Ansätze zur Stiftung
eines dritten Priesters.
Der erste Kirchenbau in Welschnofen ist nicht belegt. Er dürfte aber kaum vor der ersten Jahrtausendwende
erfolgt sein. Die ersten Erwähnungen eines bestehenden Gotteshauses gehen auf die Jahre 1278 und 1298 zurück. Es
dürfte sich hierbei bloß um eine sehr kleine Kirche gehandelt haben. Um- und Erweiterungsbauten an der hiesigen
Pfarrkirche und am Turm sind nur für die Jahre 1747 und 1827 bzw. 1704 und 1741 nachweisbar. Aufgrund einer im Jahr 1825
erfolgten Abmessung sind die Ausmaße eines früheren Kirchengebäudes, dem im Jahr 1747 ein Vorchor angefügt
worden war, bekannt. Dieses war knapp 10 m lang und 7 m breit und war mit einem spitzbogigen "Lattelgewölbe" und zwei
Altären ausgestattet. Bis zur Gewölbshöhe maß es nur 7 m und bis zum Gewölbeansatz 2,5 m. Auf der
Nordseite war das Gebäude bis zum Gewölbeansatz im Schutt vergraben, wodurch Feuchtigkeit eindrang. Ob es sich
hierbei um das ursprüngliche Gotteshaus handelt, ist nicht nachweisbar. Das allmähliche Anwachsen der hiesigen
Bevölkerung erforderte die Vergrößerung der Kirche. Daher wurde dem bereits bestehenden Bau gegen Osten hin ein
Presbyterium angefügt, wodurch sich die Grundfläche fast verdoppelte. In diesem Vorchor fanden neben dem Altar auch
noch Betstühle Platz. Der rechteckige Zubau war rund 9 m lang und 6 m breit und wurde, ebenso wie das Langhaus, mit einem
Lattelgewölbe eingedeckt.
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