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1257 erhielt das Kloster Neustift im Tauschwege das Patronat über diese Pfarre. Wie
aus jüngeren Quellen ersichtlich, umfasste es im Süden die Orte
Steinegg, Gummer und Welschnofen und dürfte sich im wesentlichen mit
dem Umfang des ehemaligen Gerichtsbezirkes Völs gedeckt haben. Nach
der Entstehung des eigenständigen Gerichtes Steinegg-Welschnofen,
von der man annimmt, dass sie im Laufe des 13. Jahrhundert erfolgte,
verblieb die hiesige Seelsorggemeinde weiterhin im Geltungsbereich des
Völser Pfarrherrn. Um seelsorgliche Leistungen zu empfangen, war
ursprünglich ein vierstündiger Marsch zur Pfarrkirche auf
Völs unumgänglich. Der Kirchweg, der über den Zischgl,
nach Tiers und über Völsegg nach Völs führte, war
weit und anstrengend. Besonders kräftezehrend zeigte sich dieser -
zwei Bergrücken überwindende - Pfad bei schlechter
Witterung. Nach Schneefällen und bei Vereisung war vor allem das
steile, schattige und sechshundert Höhenmeter abfallende Wegstück
Zischgl - Tiers gefährlich oder sogar unbegehbar. Die ersten
Messstiftungen für die Filialkirche von Welschnofen erfolgten 1374 und
1405, die die Abhaltung von insgesamt elf Ämtern vorsahen. Um die Mitte
des 15. Jahrhunderts waren hier jährlich rund sechzig Messen zu
zelebrieren. Im Jahr 1304 wird erstmals ein Völser Gesellpriester
namens "Friderico" genannt und 1321 ein "Marquart". Im Jahr 1373 wird
eine Kaplansbehausung in Welschnofen erwähnt. Diese dürfte den,
an den Vorabenden angereisten Hilfspriestern zur Übernachtung
gedient haben. Aufgrund seiner Stiftung erhielt Georg von Velseck im Jahr 1341 vom
Kloster Neustift und vom Völser Pfarrer die Zusage, daß
in der St. Georgkirche zu Tiers auf ewige Zeiten eine tägliche
Messe gelesen werde. Zu diesem Zweck musste sich der Pfarrherr als
Nutznießer der Stiftung verpflichten, stets einen, in Tiers
wohnenden Gesellpriester zur Verfügung zu stellen. Zum
Wirkungskreis dieses Expositus gehörte auch Welschnofen
und Steinegg. Die Expositur brachte für die Bewohner der
beiden Orte einige seelsorgliche Erleichterungen, da - besonders
in Notfällen - ein Priester eher zur Stelle war.
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