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Die Anfänge kirchlichen Wirkens in Welschnofen liegen mangels Belegen gänzlich im Dunkeln. Die Entwicklung
der Seelsorge dürfte schrittweise mit der Besiedlung dieses Hochtales einhergegangen sein. Eine ganzjährig
bewirtschaftete Siedlungsstruktur dürfte, wie der Stand der modernen Forschung zeigt, wohl kaum vor der ersten
Jahrtausendwende entstanden sein. Die erste urkundliche Erwähnung der Welschnofner Kirche geht auf das Jahr 1298
zurück. Die betreffende Urkunde bezeichnet das hiesige Gotteshaus als Ort, an dem Reimbert von Völs mit den
Fassanern einen Freundschafts- und Beistandsvertrag schloss. Im Jahr 1365 scheint der hl. Ingenuin als Patron
dieser Kirche auf und neun Jahre später taucht in einer Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1374 auch der hl. Albuin
als Mitpatron auf. Das Doppelpatrozinium Ingenuin-Albuin weist darauf hin, dass der Zeitpunkt des ersten Kirchenbaues
nicht vor dem 12. Jahrhundert angesetzt werden kann.
Welschnofen unterstand bis 1818 dem Bistum Brixen und lag wie Fassa in dessen südlichsten Bereich. Der Kardaunbach, der
Fötschenbach und der Latemar bildeten hier die Grenze zur Diözese Trient. Dass die Fassaner Urpfarre St. Johann
vormals auch das Welschnofner Gebiet seelsorglich betreute, ist kaum anzunehmen, kann aber nicht völlig ausgeschlossen
werden. Die These, Welschnofen sei ursprünglich von ladinischen Kolonisatoren besiedelt worden, ließe diesen
Schluss zu. Die auffällige Häufung ladinischer Hof- und Flurbezeichnungen im Talschluss weist in diese Richtung.
Wie alle jüngeren Urkunden zeugen, scheint Welschnofen immer schon durch die Urpfarre Völs seelsorglich betreut
worden zu sein. Als Ort wird Völs erstmals im Jahr 888 erwähnt, als Pfarre dagegen erst um 1170. Es ist nicht
belegt, aber durchaus denkbar, dass in Völs, lange bevor der Bischofssitz von Säben nach Brixen verlegt worden
ist (um 990), eine Seelsorgestation bestanden hatte.
1257 erhielt das Kloster Neustift im Tauschwege das Patronat über diese Pfarre. Wie aus jüngeren
Quellen ersichtlich, umfasste es im Süden die Orte Steinegg, Gummer und Welschnofen und dürfte sich im wesentlichen
mit dem Umfang des ehemaligen Gerichtsbezirkes Völs gedeckt haben. Nach der Entstehung des eigenständigen
Gerichtes Steinegg-Welschnofen, von der man annimmt, dass sie im Laufe des 13. Jahrhundert erfolgte, verblieb die hiesige
Seelsorggemeinde weiterhin im Geltungsbereich des Völser Pfarrherrn. Um seelsorgliche Leistungen zu empfangen, war
ursprünglich ein vierstündiger Marsch zur Pfarrkirche auf Völs unumgänglich. Der Kirchweg, der über
den Zischgl, nach Tiers und über Völsegg nach Völs führte, war weit und anstrengend. Besonders
kräftezehrend zeigte sich dieser - zwei Bergrücken überwindende - Pfad bei schlechter Witterung. Nach
Schneefällen und bei Vereisung war vor allem das steile, schattige und sechshundert Höhenmeter abfallende
Wegstück Zischgl - Tiers gefährlich oder sogar unbegehbar. Die ersten Messstiftungen für die Filialkirche
von Welschnofen erfolgten 1374 und 1405, die die Abhaltung von insgesamt elf Ämtern vorsahen. Um die Mitte des
15. Jahrhunderts waren hier jährlich rund sechzig Messen zu zelebrieren. Im Jahr 1304 wird erstmals ein Völser
Gesellpriester namens "Friderico" genannt und 1321 ein "Marquart". Im Jahr 1373 wird eine Kaplansbehausung in Welschnofen
erwähnt. Diese dürfte den, an den Vorabenden angereisten Hilfspriestern zur Übernachtung gedient haben. Aufgrund
seiner Stiftung erhielt Georg von Velseck im Jahr 1341 vom Kloster Neustift und vom Völser Pfarrer die Zusage, daß
in der St. Georgkirche zu Tiers auf ewige Zeiten eine tägliche Messe gelesen werde. Zu diesem Zweck musste sich der
Pfarrherr als Nutznießer der Stiftung verpflichten, stets einen, in Tiers wohnenden Gesellpriester zur Verfügung
zu stellen. Zum Wirkungskreis dieses Expositus gehörte auch Welschnofen und Steinegg. Die Expositur brachte für
die Bewohner der beiden Orte einige seelsorgliche Erleichterungen, da - besonders in Notfällen - ein Priester eher zur
Stelle war.
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